02 | OÖ. Landesmusikschulwerk
Die Vermittlung von musikalischen Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie eines umfassenden Kunst- und Kulturverständnisses ist der zentrale Bildungsauftrag des OÖ. Landesmusikschulwerkes.
Sein Ziel ist es, breiten Kreisen der Bevölkerung eine musikalische Ausbildung zu ermöglichen, besonders Begabte auf den Besuch musikalischer Lehreinrichtungen höherer Stufe vorzubereiten und das Gemeinschaftsmusizieren zu fördern.
Durch die gemeinsame Arbeit in der Musikschule und die enge Vernetzung mit Musizierverbänden, Kindergärten, Regelschulen und anderen Bildungs- bzw. Kultureinrichtungen legt das Landesmusikschulwerk die Grundlagen für eine lebenslange Beziehung zur Musik und einen offenen Zugang zu Kunst und Kultur. Es ist in der Bevölkerung fest verankert und nach wie vor so stark nachgefragt, dass dem Bedarf nicht vollständig entsprochen werden kann. Teilweise lange Wartelisten sind ein Indiz für die hohe Attraktivität des Angebotes.
In Oberösterreich gibt es im Schuljahr 2014/15 inkl. der Musikschule der Stadt Linz insgesamt 156 Musikschulstandorte (davon 69 Hauptanstalten und 87 Zweigstellen), an denen rund 57.000 Personen Unterricht nehmen. Dieses flächendeckende Netz ist einzigartig in ganz Europa!
- Quelle: Landesmusikdirektion
Die beliebtesten Instrumentalfächer sind Klavier, Blockflöte und Gitarre – aber vor allen Dingen auch Tanz und Bewegung sowie die musikalische Früherziehung werden sehr häufig in Anspruch genommen.
Ein seit Jahren intensives Angebot an Orchesterwochen (auf jedem Niveau), Kursen und Seminaren in den Schulferien bietet besonders interessierten Schüler/innen die Möglichkeit, sich auch abseits vom herkömmlichen Schulbetrieb intensiv mit Musik zu beschäftigen. Diese Angebote sind immer rasch ausgebucht, was zur Folge hat, dass mittlerweile auch in den Regionen derartige Angebote entstanden sind.
Die Qualität der Arbeit der oö. Musikschulen wird auch durch die zahlreichen Erfolge beim alljährlich stattfindenden Jugendmusikwettbewerb Prima la musica sowie bei Formaten wie der Streicherolympiade oder Olympia der Stimme deutlich. Besonders begabten Schüler/innen bis 19 Jahren bietet das Oö. Landesmusikschulwerk mit der Junior Akademie für Begabtenförderung und der Akademie für Begabtenförderung auch spezielle Förderung, die durch die Vernetzung und Zusammenarbeit mit der Anton Bruckner Privatuniversität und dem Musikgymnasium Linz ihre musikalische Entwicklung bestmöglich unterstützen soll. Die Inhalte des Förderprogramms wurden von den angeführten Institutionen gemeinsam erarbeitet und beziehen sich auch auf die Anforderungen bei Aufnahmeprüfungen an Musikuniversitäten. Somit ist die Begabtenförderung mit ihren Grundlagen gleichzeitig eine optimale Vorbereitung für ein nachfolgendes Musikstudium.
Darüber hinaus fungiert das Oö. Landesmusikschulwerk auch als Anbieter von Fortbildungen für die Lehrkräfte an den Oö. LMS. In der Fortbildungsakademie Schloss Weinberg werden das ganze Jahr über Fortbildungsveranstaltungen angeboten, die auf ihre Bedürfnisse hin speziell zugeschnitten sind. Die Bandbreite reicht hier von Notensatz am Computer über Orchester-Schlagwerk in Unterricht und Praxis bis hin zu Stilistik, Arrangement und Improvisation im Kontext irischer Musik.
Die Oö. Landesmusikschulen sind bewusst „mitten im Leben“ platziert und somit auch von den Veränderungen in der Gesellschaft betroffen. Passende Angebote für Senior/innen sind daher genauso ein wesentliches Thema wie die Verstärkung der Angebote für Kinder- und Jugendstimme, Ausbau einer flächendeckenden Versorgung von „jungen“ Instrumenten wie Saxophon, Intensivierung der Angebote an „Mangelinstrumenten“ wie Oboe oder Fagott bzw. der Bassinstrumente für das Ensemble- und Orchesterspiel.
Um Kinder, die eine Musikschule zusätzlich zur Regelschule besuchen, zu entlasten, wirkt die KOMU (Konferenz der Musikschulwerke Österreichs) in einer Arbeitsgruppe des BMBF mit. Ziel ist es, eine größere Anerkennung der Bildungsleistung der Musikschulen zu erreichen und unter anderem darauf hinzuwirken, dass das Erlernen eines Musikinstruments – den wissenschaftlich nachgewiesenen Auswirkungen auf die allgemeine Entwicklung des Kindes folgend – als Wahlpflichtfach anerkannt wird.